15. Dezember 2017

wir spielen im Tatort-Krimi mit

Kaum aus Spanien zurück mussten Frau G. und der Muger vor die Filmkamera. Denn zurzeit wird bei uns in der Gegend ein neuer „Tatort“-Krimi gedreht. Und wir beide waren als Statisten mittendrin und dabei.
Für uns begannen die Dreharbeiten mit ausgiebig herumsitzen und warten. Währenddessen wuselten unglaublich viele Filmleute umher und machte Sachen. Kabel legen, Scheinwerfer und Kameras aufbauen, essen und so. Viel Aufwand und Leidenschaft.

Der neue Tatort wird  „Notstandsrecht“ heissen. Die Handlung ist geheim und ich darf auch nichts darüber erzählen. Nur so viel; es geht um eine Entführung.
Erste Szene: Eine Autobahn-Raststätte. Die Sonne scheinwerfert durchs Fenster. Ein Mann – die Zuschauer ahnen es noch nicht, aber es ist der Erbrecher – sitzt an der Stehbar und schaut seinem Kaffee zu. Es wird kaum gesprochen. Dann splittert unvermittelt sein Nasenbein. Blut spritzt wie Tomatensosse und einige Schneidezähne kullern über den Tresen. Im Hintergrund – und da kommen nun wir ins Spiel – schleicht ein prächtiges Pärchen um die Verkaufsregale. Sie trägt einen adretten Stretch-Einteiler von Gnocchi, er einen blutverschmierten, dreikantigen Eichenholz-Knüppel. Eine laue Brise. Bunte Schmetterlinge flattern umher und liebliche Flötenmusik erklingt. Schluss.

Dann wiederholten wir die Szene noch etwa dreissigmal. Dann durften wir nachhause gehen. War schön.

14. Dezember 2017

meine SchBahnien-Reise

Mein Fazit:

+ im Winter ist es auch in Spanien recht kühl. Tagsüber ist es zwar mollig warm, aber nachts ist es überall kalt, weil die spanischen Häuser keine richtige Heizung haben. Um an der Wärme zu überwintern müsste man deutlich weiter in den Süden fahren. Zum Beispiel nach Marokko. Keine wirklich neue Erkenntnis, aber ich wollte mal ausprobieren wie es sich im Rentnerparadies so leben lässt.
+ so eine Bahnreise ist eine wunderbare Sache, bequem und erlebnisreich. Einzig das Umsteigen war jedesmal mehr als aufregend. Entweder musste ich rennen wie der Teufel - oder endlos auf einer arschkalten Bank warten bis der Zug endlich kommt. Und auf die Anzeigetafeln konnte man sich auch nicht verlassen. Entweder zeigten sie gar nichts an. Oder etwas Falsches. Oder wechselten zwei Minuten bevor mein Zug ankam noch gschwind das Gleis.
+ die Leute unterwegs waren alle aussergewöhnlich nett und hilfsbereit. Egal ob in Frankreich oder in Spanien, ob mit oder ohne gemeinsame Sprache. Die Leute sind einfach grossartig.

Es war eine schöne Reise mit vielen verschiedenen Zügen und vielen verschiedenen netten Leuten. Ich kann es jedem nur weiter empfehlen.

13. Dezember 2017

nach Valencia: adieu Barcelona, grüezi Schnee

Barcelona. Da es in meinem Hotel kein Frühstück gibt, schlendere ich frühzeitig zum Bahnhof hinüber und verköstige mich da. Obwohl im fast im Minutentakt Züge ankommen und abfahren hat es nicht übermässig viele Leute da. Ich finde jedenfalls eine ruhige Ecke und kann mich da niederlassen und genüsslich dem Treiben zusehen.

Heute habe ich eine lange Fahrt vor mir. Wenn das Umsteigen klappt, bin ich am Abend zuhause. Um aufs Gleis zu gelangen muss ich durch die Sicherheitskontrolle und mein Koffer durch die Röntgenmaschine.
Mein Zug nach Valence ist ein französischer TGV. Ich habe mich zwar auf einen spanischen AVE gefreut, aber eigentlich ist's egal. Ich sitze wieder im Oberdeck. Da ist es zwar etwas enger als unten, aber dafür ist die Aussicht besser.

Schon um halb elf rasen wir durch den Perthus-Tunnel nach Frankreich hinüber. Später fahren wir wieder durch die Seen-Landschaft. Die Flamingos sind immer noch im Wasser und schnäbeln im Schlick.
Mit 300 km/h pfeifen wir das Rhonetal hinauf. Mit nur acht Minuten Verspätung erreichen ich meinen Umsteigebahnhof „Valance TGV“. Wie ein hungriges Flusspferd renne ich quer durch die Bahnhofshalle zur Regionalbahn nach Genève. Sie fährt pünktlich ab. Hätte ich den Zug verpasst, hätte ich drei Stunden warten müssen! Aber nun ist alles gut, denn in Genf bekomme ich in jedem Fall einen Zug in die Deutschschweiz.


Das Wetter wird schlechter. Es beginnt zu regnen und schon lange vor Genève schneit es. Genève erreichen wir dann mit zehn Minuten Verspätung. Wieder trample ich im Laufschritt durch den Zoll aufs Gleis 6. Dieser Zug hat auch Verspätung – und fährt deshalb von Gleis 4. Die beiden liegen praktischerweise direkt nebeneinander, das erspart mir eine erneute Rennerei.
Die drei Stunden bis Luzern döse ich, während an jedem Bahnhof die Pendlermassen ein- und aussteigen.
Das wir in Luzern verspätet ankommen ist mir egal, denn die Zentralbahn fährt jedes Stunde mehrmals. Und heute wartet sie sogar meinen verspäteten Zug ab.
Pünktlich um 20:35 bin ich nach elf Stunden Fahrt in Giswil. Und Frau G. ist auch da und holt mich ab.

Renfe/SNCF TGV 9702, Barcelona-Valencia, 2. Klasse, € 39.-
SNCF Ter 99614, Valence-Genève, 2. Klasse, € 38.30
SBB IR 2531 Genf-Luzern, 2. Klasse
ZB IR 2940 Luzern-Giswil, 2. Klasse, zusammen Fr. 40.-

12. Dezember 2017

nach Valencia; Barcelona und Gaudis Meisterwerk

Barcelona: Gestern nutzte ich die die Zeit bis zum Sonnenuntergang um mit der Metro gschwind zur Basilika „Sagrada Família“ zu fahren. Antoni Gaudís Kirchen-Baustelle ist immerhin die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Spaniens, deshalb will ich da unbedingt hin. Doch heute bin ich fast alleine hier. Keine Warteschlange, trotzdem mag ich nicht hineingehen und schaue mir das Meisterwerk nur von aussen an.

Baubeginn war 1882. Seither wird, teilweise mit jahrzehntelangen Unterbrüchen, stetig gebaut und in 9 Jahren soll die Basilika dann fertig sein. Es fehlen noch sechs Türme, die Südwest-Fassade und einige kleine Kapellen am Rande.

Heute betonieren sie hoch oben grad am Jesus Christus-Turm. Der wird mit über 170 Meter Höhe der höchste werden. Im oberen Teil wird er aus einem filigranen Geflecht aus Natursteinen gebaut werden. Soweit ist am aber noch nicht.

Zurzeit fehlt vor allem noch die Passionsfassade im Südwesten. Hier sieht man erst einige mächtige Betonsäulen. Später entsteht hier ein pilzartiges Vordach; bestimmt vierzig Meter hoch und sehr spektakulär.

Die Sagrada Familia ist irgendwie schon faszinieren. Aber sie ist auch eine übertrieben schrill-kitschige Kirche, die kein Spektakel auslässt. Wie ein amerikanisches Spiel-Casino oder ein Jahrmarkt-Gruselkabinett.
Da passt es ganz gut, dass der Mc Donald’s gleich nebenan eine Abspeiserei betreibt. Ausserdem ist auch noch Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz. Stände voller glitzerndem und qwitschebuntem Dekozeug und Heiligenfiguren aus Plastik.

In der Metro hängen Plakate: «Schwarzfahren ist schlecht fürs Karma». Stimmt, zudem bin ich zu alt um über die Abschrankung zu hüpfen.

Metro L5, Einzelfahrt €2,15

11. Dezember 2017

nach Valencia kommt Barcelona

Valencia. Hätte mein Hotelzimmer ein Fenster, hätte ich bemerkt, dass es draussen regnet. So lief ich immer den Wänden entlang bis zum Bahnhof, beregnet wurde ich dennoch. Egal, heute mache ich mich auf den Heimweg. Heute reise ich im beheizten Bahnwagen. Jetzt ersteinmal bis nach Barcelona.

Kurz nach zehn rollt mein Talgo aus dem Bahnhof. Zuerst durchqueren wir die wenig hübschen Aussenquartiere mit diesen Wohnblock-Monstern. Dann geht’s auf der gleichen Strecke wie bei der Herfahrt und immer der Küste entlang nach Barcelona. Teilweise mit 200 km/h. Unterwegs rauschen wir durch alle meine Orte; Oropesa, Tarragona, Vilanova. Mich dünkt, es ist schen ewig lange her, dabei war ich erst letzte Woche da.

Mit jedem Kilometer wird das Wetter besser und am Mittag scheint wieder die Sonne. Die Hügel sind ockergelb und nur mit einem spärlichen Flaum bewachsen. Da und dort hockt obendrauf eine Burg. Unten kuscheln sich geweisselte Häuser und dazwischen wedeln Palmen. Es ist genau so, wie ich mir Spanien vorstelle. Und sooo schön. Ich geniesse die Bahnfahrt.

In Spanien gibt es bei den Geleisen zwei unterschiedliche Spurweiten: Iberische Breitspur und bei den neuen Linien europäische Normalspur. Da wo beide Züge verkehren, hat man deswegen extra Drei-Scheinen-Geleise.

Kurz vor Barcelona kommen wieder die gräulichen Wolken. Pünktlich um 13:41 endet meine Fahrt im Bahnhof „Barcelona Sants“. Der Bahnhof sieht aus wie ein riesiges Einkaufszentrum – mit Zügen im Keller. Unglaublich viele Leute wuseln kreuz und quer durch die Hallen und Gänge. Mich dünkt es hier irgendwie ungemütlich. Zum Glück ist mein Hotel „Transit“ nur ein paar Schritte entfernt.

Renfe Talgo 1102, Valencia-Barcelona, 2.Klasse, € 28.50

9. Dezember 2017

Valencia: Stadt mit Freunden

Valencia. Heute kommen Peti und Lucia aus Oropesa zu Besuch. Um neun hole ich sie am Bahnhof ab. Ihr Zug hat eine Viertelstunde Verspätung und kommt nicht auf dem angezeigten Gleis an. Aber wir finden uns trotzdem und schlendern gleich zur Kaffee-Bar in der grossen Markthalle.

Ich möchte unbedingt „Orxata de Xufes“, die legendäre Erdmandelmilch, probieren. Nach etwas herumfragen finden wir einen entsprechenden Verkaufsstand. „Horchata de Chufa“ ist ein milchiges Süssgetränk aus – öööhm – aus Erdmandeln! Und es schmeckt richtig gut, süss und mastig.

Heute wollen wir auf den Miguelete-Turm der Kathedrale steigen. Er ist das Wahrzeichen Valencias. Er hat einen achteckigen Grundriss und ist über 600 Jahre alt. Und er sieht irgendwie unfertig aus. Einfach halb oben abgeschnitten und ein Glockentürmchen drauf gesetzt. Zuerst setzten wir uns aber in eine Strassencafe und geniessen die restliche Sonne. Als wir uns endlich auf den Weg zum Turm machen, ist es bereits bewölkt.

2 Euro und 202 Treppenstufen führen da hinauf, steht unten angeschrieben. Ich habe die Stufen extra mitgezählt, ich will nicht oben ankommen und es nicht bemerken.
Von oben hat man einen tollen Rundblick über die Hausdächer und die Altstadt. Leider ist es wolkig und alles ist grau.

Doch dann lockt mich der Hunger mich wieder vom Turm hinunter. In einer Seitengasse finden wir ein nettes Lokal. Wir bestellen Tapas, die typischen spanischen „Häppchen“. Salate, sauer eingelegte Fischchen, verschiedene Teigküchlein, warmen Käse mit Konfitüre, getrockneten Speck, trockenen Käse  und vieles mehr.

Zum Abschluss gehen wir noch zur Mercat de Colón – der Kolumbus-Markthalle. Eigentlich wollte ich heute die grossartigen Jugendstil-Fassaden fotografieren, denn gestern lagen sie komplett im Schatten. Dafür ist heute Scheisswetter!
Kurz vor fünf müssen Lucia und Peti wieder auf den Zug. Und ich in mein beheiztes Hotelzimmer, denn ich bin immer noch erkältet und kränklich.

7. Dezember 2017

Valencia: der Samenspender an der Mauer

Valencia: Das mittelalterliche Leben war geprägt von Frömmigkeit, Geistern und Dämonen. Und wer nicht gottesfürchtig lebte, dem drohte höllische Verderbnis. Bei den Göttern half ja beten, aber gegen die bösen Geistern reichte das nicht.

Fratzen, Spottfiguren, Neidköpfe und vieles mehr sollen das Unheil abwehren. An den gotischen Bauten kann man noch einige entdecken.

Zum Beispiel an der Ostfassade der Kathedrale. Über dem Almoinator präsentiert eine Frau ihre prallen Brüste. Vermutlich will sie uns damit vor dem sündigen Leben warnen?

An der Westfassade der Lonja de la Seda, der alten Seidenbörse, rubbelt ein Engel seinen Schwengel. Warum und wieso? Wir modernen Menschen verstehen die mittelalterliche Bildersprache kaum noch.

Siehe auch: die Judensau und die Spottfiguren im Elsass

6. Dezember 2017

Valencia: meine Stadt

Valencia. Seit einigen Tagen kränkle und fiebere ich sinnlos vor mich hin. Auch heute Morgen ist es noch nicht richtig besser. Nichtsdestotrotz gehe ich früh in die Stadt. Jetzt am Morgen scheint die Sonne noch nicht in die Gassen hinein und deshalb ist es zugig und arschkalt. Aber die prachtvollen Fassaden schauen im Morgenlicht wunderschön aus.

Ich schlendere weiter in die Innenstadt; bis zum Mercat Central, der grossen Markthalle. Schon aussen sieht sie beeindruckend aus. Und erst recht innen. Eine Jugendstil-Gusseisen-Halle aus den 1920-er Jahren voller Verkaufsläden und Marktstände; über 900 sollen es sein, habe ich gelesen. Dummerweise komme ich aber grad vom Frühstück und kann deswegen bloss mit den Augen essen.

Einzig einen neuen Gürtel kaufe ich, denn der alte steht kurz vor dem Platzen. Rund um die Markthalle gibt es einige schöne Gassen und kleinen Plätze. Beim Jungfrauenbrunnen setze mich in ein Strassencafé und lasse mich besonnen. Ich bilde mir ein, das sei hilfreich beim gesunden.

Valencias Kathedrale sieht irgendwie unfertig aus. Die Türme sind bloss Stummel und eine Fassade hat sie gar keine. Nur Mauern und komische Dächer. Erbaut wurde sie um 1240 in den Mauern einer Moschee. Seither hat man sie natürlich immer wieder umgebaut und ergänzt. Deshalb ist sie heute ein romanisch-gotisch-barocker Stilmix.

Am Nachmittag suche ich mir ein Lieblings-Café für die nächsten Tage. Ich finde das „Café Federal“ und sitze lange da und lese. Es ist richtig gemütlich − und noch wichtiger; geheizt.
Den restlichen Nachmittag streife ich durch die Gassen und schaue dies und das an. Gefällt mir gut, dieses Valencia. Doch obwohl wunderschönes Wetter ist, sind die Gassen schattig und eiskalt.

5. Dezember 2017

nach Valencia: am Ziel

Oropesa del Mar. So, heute fahre ich endgültig weiter. Nach dem Mittag fahren mich Lucia und Peti zum Bahnhof. Wir sind zeitig da, denn ich brauche noch ein Billetes de tren. Diese verkauft hier der Wirt der Bahnhof-Bar.

Mit etwas Verspätung kommt mein Zug angerollt. Es ist ein hartsitziger Regionalzug mit recht wenigen Passagieren. Wir zuckeln an der Küste entlang südwärts. Viele Orangenbäume und wenig Dörfer. Einzig in Castellón ist etwas mehr los.
Nach etwas über einer Stunde Fahrt erreichen wir Valencia Estació del Nord. Valencias Nordbahnhof liegt im Süden der Stadt! Das erinnert mich an Budapest, wo das auch so ähnlich ist.
Die Estació del Nord ist ein prächtiger Kopfbahnhof mit einer imposanten Halle. Doch zuerst suche ich jetzt mein Hotel und schaue den Bahnhof später noch genauer an. Zum Glück ist es nicht weit bis zum Hotel.

Das Hotel Alkazar steht an einer schmalen, verkehrsfreien Altstadtgasse. Das ist gut, denn dann ist es hier wohl schön ruhig, denke ich. Zudem liegt mein Zimmer am Lichthof. Der ist aber so eng, dass ich selbst wenn ich mich strecke und verbiege den Himmel nicht sehen kann. Dafür zerdeppert ein Handwerker im Hof unten irgendwelche Blechkästen.

Valencia sei die kleine, hübsche Schwester Barcelonas sagt man. Und mein erster Eindruck bestätigt das. Der Himmel ist enzianblau und die prachtvollen Fassaden leuchten goldig in der Abendsonne. Und ich habe Hunger. Wegen einer Veranstaltung ist hier aber alles abgesperrt und die meisten Geschäfte sind zu. In einem japanischen Laden kaufe ich Erdbeer-Joghurt und ein Stück Pizza-Imitat. Beides mit eher zweifelhaftem Geschmack, doch der Hunger schluckt's runter.

Im Fernsehen läuft ein Film, den sie in Tabernas gedreht haben. Ich erkenne die Kulissen, denn genau diese haben wir uns diesen Februar angeschaut.

Renfe R. Express 18093, Oropesa-Valencia, 2. Klasse € 8.55

4. Dezember 2017

nach Valencia: Nichtstun und Muscheln

Oropesa del Mar. Jetzt bin ich schon den dritten Tag hier und bleibe noch bis Morgen. Dann muss ich aber los, denn eigentlich will ich ja nach Valencia.
Es ist bewölkt. Das ist tagsüber eher ungünstig, aber dafür ist es in der Nacht sehr mild. Zumindest so mild, dass mein Heizgebläse nie ansprang.

Meine Erkältung von letzter Woche hat mich wieder eingeholt. Mir ist so-la-la und die Nase rinnt. Also bleibe ich zuhause und wohne meinen Bungalow ab.
Zum Glück ist ganz in der Nähe ein Supermarkt, wo ich Reiseausrüstung kaufen kann; Zahnseide und ein Salamibrot. Und auf dem Nachauseweg schaue ich noch bei den Ferien-Maschinen vorbei. Meherere Dutzend zwölfstöckige Ferienhäuser mit jeweils mehr als hundert Wohnungen. Und zur Zeit sind fast alle unbemannt.

Am Nachmittag sind wir drei bei unseren Nachbar Ruth und Mario zum Muschel-Essen eingeladen. Er koche die weltbesten Miesmuscheln aller Zeiten, erzählt man. Und so ist es; die besten Muscheln, die ich ja gegessen habe.

Und dazu gibt es noch gebratene Paprika und danach eine flauschige Torte.
Inzwischen ist die Wolkendecke verschwunden und es weht ein kühler Wind. Wir sitzen noch lange draussen und schauen zu, wie die Sonne hinter den Palmen versinkt.

Auf dem Liegestuhl landet ein schier unterarmlanges Insekten-Getier. Vermutlich ist es eine „Gottesanbeterin“, aber sicher bin ich mir da nicht. Für das Foto tue ich „es“ um platzieren. Es schaut grimmig in meine Kamera.

Heute war ein wunderbarer Tag. Ich habe wie geplant so gut wie gar nichts gemacht.