21. Oktober 2017

drei wichtigsten Sätze für unterwegs

Die drei wichtigsten Sätze für unterwegs. Diesmal für unsere Bulgarienreise…

Има липсващ фендър. 
  Da fehlt ein Kotflügel.
Мога ли да те моля? 
  Dürft ich Sie begatten?
Киселото е на обувката ти?
  Ist das Joghurt da auf deinem Schuh?

20. Oktober 2017

schöne Schuhe

Istanbul. Auch wenn alle denken, ich interessierte mich nur für rostige Eisenbahnen und Fressen! So ist es nicht. Ich schaue auch gerne schöne Dinge an; Kunst und Design. Und darum zeige ich heute schöne Schuhe aus einem Schaufenster an der Istiklal-Strasse:

Die Taxi-Schuhe sind von "Kate Spade New York“ und heissen „go Taxi Flats“ und „Le Taxi Pumps“.
Für mich wär das ja nix, aber anschauen tu ich sowas trotzdem gerne.

19. Oktober 2017

Verkehr in Istanbul

Meine Lieblingsstadt Istanbul entwickelt sich zurzeit rasend schnell. Jedes Jahr gehen neue Verkehrswege in Betrieb. Hier eine kleine Übersicht:

+ Schon seit zwei Jahren fährt die S-Bahn durch den Marmaray-Tunnel unter dem Bosporus hindurch von Europa nach Asien. 
+ Im August 2016 wurde die 3. Brücke über den Bosporus, die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke eröffnet. Die kombinierte Eisenbahn- und Strassenbrücke ist mit 1‘400m Spannweite eine der längsten der Welt.
+ Seit dem letzten Dezember 2016 ist auch der neue Avrasya-Strassentunnel unter dem Bosporus eröffnet. Nun dauert die Taxifahrt nach Asien hinüber statt eineinhalb Stunden bloss noch zehn Minuten.
+ Ende Oktober 2017 wird das erste Teilstück der Metro M5 eröffnet. Die Linie führt von Üsküdar nach Sancaktepe weit im Osten der Stadt.
+ Im nächsten Jahr soll die Verlängerung der Metro M4 bis zum internationalen Flughafen Sabiha Gökçen eröffnet werden. Dann sind beide Flughäfen mit der Metro erschlossen.

+ und im nächsten Herbst soll auch der neue Grossflughafen Istanbul eröffnet werden. Mit sechs Start- und Landebahnen und der erwarteten 150 Millionen Passagieren jährlich wird er der größte Flughafen der Welt werden.

18. Oktober 2017

Marokko: heilsames Chamäleon

In Marokko gibt es Chamäleone in allen Farben. Nur habe ich noch nie eines in der freien Natur entdeckt. Gesehen habe ich sie bisher immer nur in Apotheken, wo sie wenig zu lachen haben. Denn Chamäleone sind in der traditionellen Medizin nämlich sehr beliebt.

Man zerreibt die getrockneten Tiere zu Pulver und trinkt sie quasi als Suppe. Wofür oder wogegen es ist, weiss ich nicht. Die Apotheker sind da traditionell immer etwas wortkarg.

17. Oktober 2017

Istanbul: bombiges Shoppingparadies

Ganz alleine in Istanbul: Heute will ich dies und das anschauen gehen und ein wenig Kültür reinziehen. Gleich ennet der Galata-Brücke besteige ich die Tünel-Bahn. Die Tünnel-Bahn ist die älteste Stanseilbahn Europas und fährt seit 1875 Tag für Tag von Karaköy hinauf zur Istiklal. Und das, wie die Pfiffigen schon ahnen, komplett unterirdisch.

Die Istiklal Caddesi ist DIE Einkaufsstrasse Istanbuls. Hier sind alle internationalen Läden vertreten. Kleider, Elektronik und Fast Food. In den Seitengassen gibt es zudem einige sehr romantische Fress-Gassen, doch jetzt am Vormittag sind die meisten noch unbemannt.
Und hier ereignete sich vor zwei Monaten ein schwerer Bombenanschlag. Die Stelle ist aber längst geräumt und das Loch geflickt.

Durch die ganze Istiklal verkehrt das historische Tram, das heute auch T2 genannt. Die Trams sind 100 Jahre alte Fahrzeuge aus Deutschland. Doch die Strecke wurde erst in den 1990-er Jahren eröffnet.
Am Ende der Istiklal ist der Taksim-Platz, das Zentrum des modernen Istanbul. Und gleich daneben befindet sich der legendäre Gezi-Park. Kürzlich sollte der Platz einem Einkaufszentrum weichen. Daraufhin wurde er von Parkschützern wochenlang besetzt und später von der Polizei geräumt. Jetzt ist vom einst hübschen Park nicht mehr viel übrig. Einzig ein paar alte Ahorne haben überlebt.

Früher donnerte hier Tag und Nacht der Verkehr am Taksim-Platz. Inzwischen ist er autofrei und fast menschenleer. Ab und zu huschen Fussgänger darüber und verschwinden im Metro-Eingang. In der Mitte steht ein Bronze-Atatürk auf dem Sockel und schaut etwas ratlos in die Ferne. Trotz dem elenden Strassenverkehr wars hier früher irgendwie gemütlicher.

Ich schlendere die Istiklal zurück und hinunter zur Galatabrücke. Viele hippe Läden und Szene-Cafés. Unterwegs komme ich am Galata-Turm vorbei. Von oben hätte man einen grandiosen Ausblick über den Bosporus. Aber heute mag ich nicht hinauf, denn was gibt es trostloseres, als alleine am Geländer zu stehen und nachhause zu blicken!

16. Oktober 2017

Istanbul: unterirdische Moschee

In Karaköy, gleich an der Galatabrücke befindet sich die Yeraltı Camii, die berühmte „unterirdische Moschee“ (n41.0227, e28.9767). Zwischen den engen Altstadthäusern führt eine uralte Treppe in den Gebetsraum hinunter. Tief unter die Erde. Doch um es gleich zu sagen: Unterirdisch ist die Moschee bloss, wenn man den bergseitigen Eingang benutzt. Der meerseitige ist ganz normal und ebenerdig.
Wie auch immer: Ursprünglich war das aber eine osmanische Burg. Im Keller wurde damals die schwere Eisenkette gelagert, mit der man die Zufahrt zum Goldenen Horn absperren konnte.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts nutzt man dieses Kellergewölbe nun als Moschee. Niedrig und voller stämmiger Mauerpfeiler, so ganz anders als die anderen Moscheen Istanbuls. In einer Ecke sind die Gräber von zwei hochverehrten frommen Männern. Grellgrün und kitschig beleuchtet, so wie man es in der islamischen Welt mag!
Ich setze mich in der Ecke auf einen der weichen Teppiche und beobachte die Besucher. Sie kommen und murmeln Gebete, und huschen dann gschwind weiter. Es ist ganz leise und halbdunkel. Und es riecht ganz leicht nach Füssen.

Am Ausgang treffe ich einen Marokkaner aus Rabat. Er ist in Istanbul gestrandet und kann nur französisch. Eigentlich wollte er hier in der Moschee übernachten. Doch der Tempelwächter lässt ihn nicht. Und zu fressen hat der arme Teufel auch nichts. Ich spende uns ein z'Nacht und dann zogen wir beide zufrieden weiter.

15. Oktober 2017

Verhüllungsverbot auch für Nacktwanderer?

Jetzt ist es amtlich: Die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» ist zustande gekommen. 105'553 Bürger haben unterschrieben und jetzt wird darüber volksabgestimmt. So funktioniert bei uns die Demokratie.

Symbolbild: Google.fr
Doch viele Nacktwanderer sind nun ratlos: Wie jetzt – verhüllen oder nicht?

13. Oktober 2017

Iran: Kaugummigeld

Nicht nur im Iran haben die Händler oft kein Kleingeld. Stattdessen bekommt man dann einfach einen Kaugummi oder einen Lutscher als Wechselgeld

20‘000 Rial sind etwas über 50 Cent - und kleiner hatte es mein Bazari grad nicht. Also bekam ich einen „Fusen Bubble gum“.

12. Oktober 2017

Istanbul: Zug-Entgleisung unter dem Meeresspiegel

Letztes Jahr verbrachte ich nach unserer Iranreise eine Woche ganz allein in Istanbul. Und was lag da näher, als die nagelneue Marmaray S-Bahn auszuprobieren. Die Bahnlinie führt tief unter dem Bosporus hindurch von Europa nach Asien. Seit zwei Jahren sind der Tunnel und die ersten fünf von 40 Stationen in Betrieb. Zum Schluss wird die gesamte Marmaray 75 Kilometer messen.

Der Bosporus ist hier etwa 2 Kilometer breit und mehr als 50 Meter tief. Und da der Bahntunnel unter dem Meer hindurch muss, liegen die angrenzenden Bahnhöfe auch entsprechend tief im Erdboden. Vom alten Sirkeci-Bahnhof fahren nacheinander mit vier lange Rolltreppen immer tiefer hinunter. Dann muss man noch durch sehr laaange Korridore marschieren, um dann die beiden Bahnsteige zu erreichen.

Die Unterwasserfahrt selber ist dann eher unspektakulär. Draussen ist finster und drinnen klimatisiert. Und hellblau. Die meisten Leute streicheln schweigsam ihre Smartphons oder dösen.
Ich wollte eigentlich schon gestern mit der Marmaray fahren. Aber in Üsküdar ist ein Zug entgleist und so verkehrte die Bahn nur eingleisig. Und deshalb war sie auch dementsprechend überfüllt. Die Fahrgäste stauten sich auf dem Bahnsteig tausendfach. Da ich mir vorgenommen habe Menschenansammlungen zu meiden, ging ich ungefahren wieder raus. Die 70 Cent Fahrgeld schreibe ich ab und versuchte es nun heute nochmal.

Drüben in Üsküdar waren die Bauarbeiten besonders schwierig, weil der Bahnhof sozusagen direkt am Ufer liegt. Und hier hat man zudem sensationelle archäologische Funde gemacht; was den Bauablauf aber massiv verzögert hat. Jetzt ist alles fertig und der Ausblick über den Bosporus grossartig. Und Europa ist im Morgendunst kaum zu sehen.

10. Oktober 2017

Abenduntergang

Neulich abends abendrotete es bei uns überaus heftig - übertrieben erdbeermilchfarbiges Gewölk und schwarze Berge.

Sowas leisten wir uns eben ab und zu.

9. Oktober 2017

Trump Fish und Falafel

Wer mal im kurdischen Nordirak leckeren Fisch speisen möchte, dem sei das „Restaurant Trump“ an der Qazi Mohammad Strasse (n36.8679, e42.9624) in Dohuk empfohlen. Der Gastronom Nedyar Zawity hat es vor einigen Monaten eröffnet und freut sich auf Gäste. Und sein Karpfen vom Grill sei der Beste weit und breit.

Im nordsyrischen Kobane gibt’s zwar keinen Fisch, aber im „Trump Restaurant“ serviert man handgemachte Falafel. Walid Shekhi ist kürzlich mit seiner Trump-Gaststätte umgezogen und hat jetzt vor wenigen Tagen am neuen Standort wieder eröffnet.

Wo genau das neue Restaurant jetzt steht, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Aber wenigstens habe ich schon mal ein Bild vom neuen Lokal.

7. Oktober 2017

die Pelztasse

Genau heute vor 104 Jahren wurde Meret Oppenheim geboren. Die grosse schweizer Künstlerin hat viele grossartige, surreale Werke geschaffen.

Mein Lieblings-Kunstwerk ist trotz allem ihr „Frühstück im Pelz“ - die Pelztasse. Und der hässliche Oppenheim-Brunnen mitten in Bern.

5. Oktober 2017

im Herbst nach SchBahnien

Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen Jahreszeiten. Aber der Gedanke an den Spätherbst plagt mich schon ein wenig. Deshalb fahre ich im November gerne noch einmal weg. Die letzten paar Jahre ging es jeweils nach Italien, davor war ich in Malta und in Berlin.

Dieses Jahr will ich die traditionelle Novemberreise mit Eisenbahnsport kombinieren und nach Spanien reisen. Mit der Bahn. Nach Südfrankreich, Katalonien und Valenciana.
Mal nachschauen, ob da noch die milde Herbstsonne scheint? Und was die Leute da so essen tun, odr so.

4. Oktober 2017

Flachwitz; den mit den Nudeln

Gestern gehört:
Er: «Ich mag deinen Hund nicht.»
Sie: «Ja, dann iss halt nur die Nudeln und die Sosse.»

3. Oktober 2017

Bison in der Nachbarschaft

In meiner Nachbarschaft lebt seit ein paar Jahren eine Bison-Herde. Üblicherweise stehen sie bewegungslos auf der Weide und schauen reglos ins Nichts. Beschäftigt mit Wiederkäuen und Stoffwechseln - faszinierend.

Jedesmal wenn ich da vorbei komme, versuche ich die Bisons – oder heisst es Bisonnen? – zu fotografieren. Aber die stehen jedesmal viel zu weit weg. Ich mache dann so „Lockgeräusche“, damit sie näher kommen. Zis-zis-ziiis und Sässä-ssä; halt das was man bei Tieren so ruft. Manchmal wedle ich auch mit den Armen und hüpfe gazellenhaft auf und ab. Aber nein. Die Bisonsen reagieren darauf überhaupt nicht. Und wenn, dann trotten sie gemächlich weg.

Wie auch immer. Aus den Bison machen sie Würste. Und die wollen wir unbedingt probieren, habe ich bis jetzt aber noch nicht besorgen können…

2. Oktober 2017

der Penis-Artist von Nepal

Jedesmal wenn ich in Katmandu war, besuchte ich die Tempel in Pashupatinath. Gleich gegenüber der Verbrennungsplätze am Bagmati-Fluss wohne nämlich mein „Freund“ den Sadhu - ein heiliger Mann.
Denn ganzen Tag über hockte er in seinem kleinen Tempelchen (n27.7098, e85.3493), rauchte seltsame Kräuter und meditierte vor still sich hin. Vielleicht döste er ja auch nur, wer weiss das schon.

Für ein paar Rupien zeigte er uns sein Talent. Mit viel Rubbeln und Gebetsgemurmel knüpfte sich einen schweren Steinbrocken an seinen Penis. Dann hob er – immer schön rückenschonend aus den Knien – den 50 kg Brocken langsam hoch. Wir alle waren wie sein Schwanz gespannt, obs auch diesmal hält. Es hielt - und manchmal spendete ich eine Zugabe und er musste nochmal ran.

Ich war jetzt leider schon länger nicht mehr da, aber die Penis-Artisten werden vermutlich immer da sein. Ich habe leider nur ein schlechtes Foto von ihm. Aber wer mag, kann sich ja im Internet einige Bilder und Filme anschauen.

28. September 2017

Prepper-Wohnmobil

Seit vielen Jahrzehnten gibt es diese Prepper-Bewegung. Prepper sind Leute, die jederzeit auf alle Arten von Unglücken und Katastrophen vorbereitet sein wollen; Erdbeben, Hochwasser, Bürgerkrieg, UFOs und so weiter. Sie sagen, sie nähmen ihr Schicksal in die eigenen Hände. Andere wiederum meinen, das seien bloss spinnige Eigenbrötler, Egoisten oder Soziopathen.

Wie auch immer – neulich bin ich auf ein Bild eines Prepper-Reisemobils gestossen: Ein üppig ausgerüsteten Nissan Patrol mit allem dabei und darauf, was man anscheind zum Überleben so braucht.

27. September 2017

Jan Hus – Idee auf dem Scheiterhaufen

Wo wir grad schon von heiligen Mannen sprechen: Auf unserer diesjährigen Tschechien-Tour sind wir natürlich auch den Spuren von Jan Hus gefolgt. Jan Hus ist der Nationalheilige Tschechiens.
Er lebte aber etwa zwei Generationen vor unserem Bruder Klaus. Geboren wurde er 1369 in Husinec, wo man heute noch das Geburtshaus (n49.0524, e13.9858) sehen kann.

Jan Hus war ein Reformator und seiner Zeit weit voraus. Seine neuen Ideen begeisterten zwar seine Anhänger, die Kirche aber nicht. Er vertrat nämlich die Ansicht, dass viele Kirchen-Fürsten Abkömmlinge des Teufels seine. Und so gab es schon bald Ärger. Heftigen Ärger

Das Jan Hus Denkmal (n50.0877, e14.4212) mitten in Prag.

Zwischen 1414 und 18 trafen sich Führer der christlichen Kirche in Konstanz am Bodensee zum Konzil. Auch Jan Hus ging hin, um seine Konzept einer moderneren Kirche zu vertreten. Der Papst, die Kardinäle, Bischöfe und Könige waren aber anderer Meinung – und liessen Jan Hus kurzerhand zusammen mit seinen Schriften auf dem Scheiterhaufen verbrennen.

Der Hussenstein direkt an der deutsch-schweizer Grenze (n47.6611, e9.1642) erinnert heute an den Ort der Hinrichtung.

26. September 2017

drei Tage z’Alp

Was für ein langes schönes Wochenende! Dank dem Bruderklausen-Feiertag konnnten wir drei Tage z’Alp und die lauen Herbsttage geniessen. Die Bäume blätterten bunt und der Himmel war enzianblau. Und dann kam wieder der Nebel und machte uns kurzsichtig

Die Älpler der Fluonalp fuhren mit fast hundert Kühen und Rindern nidsi. Fast alle waren beflaggt und blumengeschmückt. Also die Kühe, nicht die Fluonalpler. Der Marsch in die heimischen Ställe dauerte bestimmt vier Stunden und hinterliess auf der Strasse eine matschige Spur.

Wir hockten uns in die Alpbeiz und futterten Käseschnitten. Die Grosse, die mit Speck und den Alibi-Gurken drauf. Gut. In unserem Alphüttli fand ich hingegen vier Mäuse – alle mausetot. Vermutlich ein Familiendrama? Oder es liegt am Giftköder, den wir ausgelegt haben, weil sie neulich ein Loch in einen Pullover gefressen haben...

Gestern kochte ich Röschti mit Speck und Zwiebeln. Leider ging dabei der Kunststoff-Griff der Pfanne in Flammen auf. Aber wir hatten Glück, die Röschti konnte gerettet werden. Künftig brate ich wieder Würste, da passiert sowas nie.
Den ganzen Tag röhrten im Wald oben die Hirsche. Was sich im Fernsehen jeweils wildromantisch anhört, ist in Wirklichkeit mehr so ein abmühendes Gestöhne. Hoffnungsvoll und leidenschaftlich; und auch etwas Verzweifelt. Ich kann kaum glauben, dass das die Hirschkühe toll finden.

25. September 2017

Bruder Klaus – unser Heilige in der Schlucht

Bei uns ist heute Feiertag – Bruder Klausen Tag. Der heilige Bruder Klaus - eigentlich Niklaus von Flüe - wurde vor genau 600 Jahren in unserem Nachbardorf Sachseln geboren. Er war ein wohlhabender Bauer, Offizier und Ratsherr. Bis er im Alter von fünfzig die Nase voll hatte und Eremit wurde. Er zügelte in die Ranft-Schlucht und führte ein sehr frommes und sehr karges Leben.

Schon bald kamen von überallher Pilger und Ratsuchende um den "lebendigen Heiligen" zu sehen. Es kommen Bischöfe, Äbte und Priester, aber auch Boten der Regierungen und Gesandte vom europäischen Adel.
Im Jahr 1487 verstarb der Bruder Klaus und schon wenige Jahre später begannen die Bemühungen um eine Heiligsprechung. 1947 war es dann soweit: Bruder Klaus wurde heiliggesprochen. Seither wallfahren noch mehr Pilger nach Flüeli-Ranft; über 100‘000 jedes Jahr. Präsidenten, Päpste, Bundeskanzler. Zahllose Jakobspilger und neulich Reisemobil-Wallfahrer aus Deutschland.

Zurzeit finden grad die 600-Jahr Bruder Klaus Feierlichkeiten statt. Wenn dann der Fest-Rummel vorbei ist, wagen wir uns dann auch wieder hin.

23. September 2017

küss mich ein letztes Mal - Casablanca

Vor zehn Jahren wurde der internationale Flughafen Casablanca-Anfa (n33.5569, w7.6606) geschlossen. Heute ist von ihm ausser einigen Hangars und dem Gerippe des ehemaligen Kontrollturmes kaum noch etwas übrig. Ich ging hin und schaute mich um.

Irgendwo im Gestrüpp schläft eine Piper Aztec. Und in der hintersten Ecke eines Hangars entdecke ich ein mir unbekannter Flieger vor sich hin. Wie ich später erfahre ist es eine seltene Stampe et Vertongen SV-4 aus den 1930er Jahren.

Auf dem ehemaligen Vorfeld stehen zwei Boeing 373-200 aus den 1970-er Jahren und eine Caravelle III von 1967. Und natürlich die dreischwänzige Lockheed L-749 Constellation, wegen der ich eigentlich hier war.

Wer die Überbleibsel anschauen möchte, muss pressieren. Denn auf dem alten Flugplatz entsteht grad ein nagelneues Quartier. Überall spriessen Hochhäuser und die neue Strassenbahn saust schon quer über die Piste. Und schon jetzt versperren viele Gitterzäune den Zugang.
Wie sagte László im Film „Casablanca“: «Küss mich, küss mich als wäre es das letzte Mal.»

20. September 2017

unter Berücksichtigung aller Umstände

Nach langem und intensivem Nachdenken bin ich zur Erkenntnis gelangt ‒ öööhm ‒ heute nicht.

18. September 2017

fünf Jahre freie Fahrt

Alle die den Lastwagen- und/oder Taxi-Führerschein haben, kennen das auch; alle fünf Jahre müssen wir zur medizinischen Untersuchung. Gestern war es bei mir auch wieder so weit. Der Doktor mass meine Körperlänge, den Blutdruck und die Reflexe. Ich musste auf einem Strich gehen und blind mit dem Zeigfinger auf meine Nasenspitze tippen.

Und dann kam der Sehtest. Ohne Brille konnte ich grad knapp die handtellergrossen „E“ in der zweitobersten Reihe erkennen. Den Zeigfinger des Doktors konnte ich allerdings nicht sehen und er musste mit seinem ganzen Arm auf „E“ zeigen. 
Mit Brille ging dann aber deutlich besser. Und deshalb war schlussendlich alles ok und ich darf bis 2023 weiterfahren.

17. September 2017

Brot backen ohne Ofen

"Brot backen ohne Ofen" ist der am meisten gelesene Beitrag hier. Über 100'000-mal wurde er schon angeklickt. Ein Gguter Grund, ihn hier noch einmal.

Also: Brot backen ohne Backofen - einfach in der Pfanne. Aber zuerst brauchen wir einen Teig. Brotteig machen ist ja eigentlich recht einfach, bloss die Schweinerei mit dem Mehl nervt. Deshalb mache ich ihn anders.

Die Zutaten: Für 2 Personen
250 g Mehl, von dem, das grad da ist
3 dl lauwarmes Wasser
Salz, etwas Zucker
und eine halbe Tüte Backpulver.
Alles in ein stabiles Plastiksäckli füllen, mit einer Schnur verschliessen und kräftig kneten. Wenn der Teig geschmeidig ist, ist er fertig. Und ganz ohne Schweinerei.

Nun zum Backen. Dazu braucht es die grösste verfügbare Pfanne mit Deckel. Unten in die Pfanne knülle ich Alu-Folie oder eine Alu-Grillschale. Den Teig aus dem Platiksäckli direkt auf ein Backpapier oder auf Alufolie. Alles in die Pfanne, Deckel drauf und die Gasflamme auf „Höllenfeuer. Später auf etwa dreiviertel stellen.
Nach etwa 30 bis 40 Minuten riecht es nach Brot. Fertig! Essen.

Und so gehts: Die Zutaten in das Plastiksäckli schütten und darin zu einem glatten Teig verkneten.

Der Teig ist parat; der sieht zwar nicht schön aus - aber nun in den Topf  damit.

Nach 30 Minuten backen schaut‘s dann so aus - braucht noch etwas Hitze ...

Fertig - 250 g und 14 cm Durchmesser.